«Häuser der Gegenwart und ihr partizipatorischer Ansatz»

Eine Arbeitstagung für Museumsfachleute

 

30. Juni & 1. Juli 2011

Stapferhaus Lenzburg

 

Die Gegenwart ins Museum holen – dieser Trend macht sich derzeit in vielen (kulturhistorischen) Ausstellungsprojekten oder Museumsneukonzeptionen bemerkbar. Woher kommt diese Hinwendung zur Gegenwart? Wer läutete diesen Trend ein, aus welchen Gründen? Und: Führt der Gegenwartsbezug zwangsläufig zum Einsatz partizipativer Methoden in der Museums- und Ausstellungsarbeit?


Die Arbeitstagung des Stapferhaus Lenzburg versammelte Beiträge und Beispiele aus Theorie und Praxis u.a. von Prof. Dr. Kurt Imhof (Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft, Universität Zürich), Rebecca Burton (M Shed Bristol), Cajsa Lagerkvist (Museum of World Culture Göteborg), Markus Speidel (Stadtmuseum Stuttgart), Lizzy Rodgers (Museum of Liverpool), Susanne Gesser und Angela Jannelli (historisches museum frankfurt), Anja Piontek, Nora Sternfeld u.a.

 

Programmflyer (PDF)

 

 

Zur Tagung erscheint im Frühling 2012 eine Publikation im transcript-Verlag: »Das partizipative Museum. Zwischen Teilhabe und User Generated Content. Neue Anforderungen an kulturhistorische Ausstellungen«, (Vor-)Bestellungen ab sofort unter info@stapferhaus.ch.

 

Das Tagungsprogramm auf einen Blick:

 

30. Juni, 10 bis 21 Uhr, Zeughausareal Lenzburg

 

Ab 9 Uhr: Anmeldung, Kaffee

 

10 Uhr: Begrüssung & Einführung

× Sibylle Lichtensteiger, Geschäftsführerin Stapferhaus Lenzburg

 

10.30 Uhr: Partizipation in der Praxis: Ausstellungsrundgang

Ein iPad-Rundgang durch die Ausstellung «HOME. Willkommen im digitalen Leben» zeigt, wie das Stapferhaus Lenzburg Partizipation als Teil des eigenen Schaffens begreift und – je nach Projektphase – in die Realisation von Ausstellungsprojekten einbezieht.

× Detlef Vögeli, Projektleiter Vermittlung Stapferhaus Lenzburg

 

12.15 Uhr: Mittagspause

 

13.30 Uhr: Impulsreferate

 

Partizipation in der Praxis – eine Bilanz

Wie funktioniert eine partizipativ angelegte Objektrecherche? Welches Gruppenführungskonzept lässt maximale Partizipation zu? Und wie können Besucher motiviert werden, selbst Teil einer Ausstellung zu werden? Im Anschluss an den Rundgang durch HOME berichten die Ausstellungsmacher des Stapferhaus Lenzburg von Herausforderungen im Umgang mit dem partizipativen Ansatz.

× Detlef Vögeli und Martin Handschin, Projektleiter Stapferhaus Lenzburg

 

Partizipation in Museum und Ausstellung – Versuch einer Präzisierung

Was bedeutet Partizipation in seinen Wesensmerkmalen für den musealen Kontext eigentlich? Der Vortrag versucht, diese Frage zu beantworten und behandelt Ambivalenzen, die sich zwischen einem (Ideal-)Verständnis von Partizipation und real praktizierter partizipativer Museums- oder Ausstellungspraxis ergeben. Er skizziert, wo partizipative Verfahrensweisen im Museum Anwendung finden können und wie sich Partizipation verändernd auf das (Rollen-)Verständnis von Kurator/in, Partiziperende/r, Exponaten und Ausstellung auswirken kann.

× Anja Piontek, Kulturvermittlerin, Hamburg

 

Um die Spielregeln spielen! Partizipation im post-repräsentativen Museum

Mit der Idee der Partizipation adressiert die Tagung einen Trend in aktuellen institutionellen Diskursen und fragt nach Museumspraxen, die zunehmend auf «soziale Inklusion» setzen. Aber wer soll eigentlich in welches Verhältnis inkludiert werden? Welche Zuschreibungen sind dabei im Spiel? Und warum sollte überhaupt irgendjemand Lust haben, bei einem Spiel mitzuspielen, das gänzlich andere erfunden haben? Der Vortrag widmet sich Handlungsräumen im Museum, die mit der Idee der Partizipation verbundene Zuschreibungen zurückweisen, überschreiten oder aber auch neu definieren wollen. Denn vielleicht kann im postrepräsentativen Museum ja Unerwartetes geschehen...

× Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, Wien

 

15.30 Uhr: Pause

 

16 Uhr: Workshops

 

1. Community Generated Content – Generieren, Ausstellen, Dokumentieren.

× Katja Weber, historisches museum frankfurt

 

2. Der partizipative Ausstellungsraum. Besucherpartizipation in der Szenografie anlegen.

× Matthias Schnegg, Szenograf und Architekt, groenlandbasel

 

3. Museen@Facebook. Kundenkommunikation, -partizipation und -interaktion.

× Sebastian Hartmann, Neanderthal Museum/freier Museumsberater, Düsseldorf

 

4. Mehr Partizipation durch Social Media? Museale Vermittlung und das Partizipative Web.

× Bettina Riedrich, Kulturvermittlerin und Museumsberaterin, Zürich

 

5. Oral History und Partizipation. Über Respekt vor «lebenden Quellen» und Grenzen der Partizipation.

× Jacqueline Häusler, freie Kuratorin, Häusler+Weidmann, Zürich

 

6. Der Besucher ist schon da. Zum Verhältnis von Kuratieren und Partizipation in Ausstellungen der Gegenwart.

× Nicola Lepp, Kulturwissenschaftlerin und Ausstellungskuratorin, Praxis für Ausstellungen und Theorie [Hürlimann | Lepp | Tyradellis], Berlin

 

7. Der Informant als Co-Designer. Möglichkeiten des Zusammenspiels von Feldforschung und Ausstellungsgestaltung.

× Karin Schneider, Historikerin und Wissenschaftsvermittlerin, Wien

 

19 Uhr: Apéro und Abendessen

 

1. Juli, 9 bis 17 Uhr, Schloss Lenzburg

 

9 Uhr: Impulsreferat

 

Die Musealisierung des Aktuellen

Epochen des Übergangs und der Unsicherheiten lösen ein gesamtgesellschaftliches Bedürfnis nach Orientierung und Halt aus. Hier setzen Museen mit Gegenwartsbezug mit ihren Angeboten an. Damit positionieren sie sich in einem Feld, das traditionell von den Medien besetzt wird: Aktualitäts- und Relevanzbezug werden auch im Museum immer wichtiger. Was können Museen in diesem Kontext, in der heutigen Gegenwart leisten? Was sind ihre Aufgaben? Ihre Stärken? Mit welchen Akteuren teilen sie welche Ziele?

× Prof. Dr. Kurt Imhof, Leiter Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög), Professor für Publizistikwissenschaft und Soziologie, Universität Zürich

 

10.15 Uhr: Kaffeepause

 

10.45 Uhr: Häuser der Gegenwart

Kurzvorträge und Diskussionen in Kleingruppen

 

In ganz Europa werden zurzeit Museumskonzepte realisiert, die Gegenwartsthemen mehr Gewicht geben möchten. Vertreterinnen und Vertreter von Ausstellungshäusern in Grossbritannien, Schweden, Deutschland und der Schweiz führen aus, warum der Gegenwartsbezug in ihren Institutionen eine tragende Rolle spielt und wie dieser in den Leitbildern und in Einzelprojekten zum Ausdruck gebracht wird – nicht zuletzt mittels partizipativer Ansätze.

× Rebecca Burton, Deputy Head of Bristol Museums, Galleries and Archives

× Cajsa Lagerkvist, Head of Exhibitions and Research Museum of World Culture Göteborg

× Lizzy Rodgers, Curator of Community Content Museum of Liverpool

 

12.45 Uhr: Mittagspause

 

14 Uhr: Fortsetzung Häuser der Gegenwart

× Markus Speidel, Kurator Stadtmuseum Stuttgart

× Susanne Gesser und Angela Jannelli, Kuratorinnen «Frankfurt Jetzt! » und Stadtlabor (historisches museum frankfurt)

× Sibylle Lichtensteiger, Geschäftsführerin Stapferhaus Lenzburg

 

16.30 Uhr: Abschiedsbowle

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